Im Jahr 2025 jährten sich die Nürnberger Prozesse zum achtzigsten Mal. Diese sind die Grundlage für den neuen Roman „Die Dolmetscherin“ von Titus Müller.
Darum geht es
Asta arbeitet als Dolmetscherin im Kurhotel ‚Palace‘ in Mondorf-les-Bains, wo die US-Armee gefangengenommene Nazi-Größen interniert. Asta übersetzt dort bei den Verhören und reist dann auch mit zu den Nürnberger Prozessen. In dieser Zeit lernt sie auch Leonhard kennen, der ihr sanft den Hof macht, gleichzeitig aber auch verdächtig viele Fragen zu den Prozessen stellt. Gleichzeitig hat aber auch Asta ein Geheimnis, das sie begleitet…
Meine Bewertung
Das Buch startet mit einem angenehmen Einstieg und man lernt Asta, die Hauptprotagonistin im Roman, kennen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Asta ein Geheimnis mit sich trägt und dies führt dazu, dass man das Buch zu Beginn gerne weiterliest, immer mit der Frage, was es für ein Geheimnis sein kann. Die Verstrickungen von Asta nehmen dann aber mit der Länge des Buches zu und irgendwann fand ich dies zu überladen. Hier hätte weniger aus meiner Sicht auch gereicht.
Neben dem Handlungsstrang mit Asta gibt es einen weiteren Handlungsstrang mit einem kleinen Jungen. Hier erfährt man erst später in der Handlung, wie dieser mit Asta zusammenhängt und welche Gemeinsamkeit diese haben. Auch dieser Handlungsstrang führt am Anfang dazu, dass man das Buch gerne liest. Hinzu kommt die sehr detaillierte Beschreibung der damaligen Zeit. Deutschland liegt nach dem Krieg in Trümmern. Durch die Beschreibung wird einem sehr eindrücklich klar, wie schwer das damalige Leben war und welche Herausforderungen es in diesem gab.
Je länger die Handlung vorangeht, umso langatmiger wurde das Buch aber aus meiner Sicht. Trotz des Einstiegs am Anfang waren für mich die Charaktere auch wenig nahbar und ich konnte auch keine wirkliche Beziehung zu diesen aufbauen. Durch die vielen Verstrickungen von Asta war es dann für mich mit der Zeit doch mehr eine Agentengeschichte als ein historischer Roman rund um die Nürnberger Prozesse. Auch wenn diese in der Handlung natürlich immer wieder vorkommen und die Ausführungen zu diesen gut recherchiert sind, hatte ich mir hier im Vorfeld mehr erwartet. Das Ende des Buches war für mich etwas zu schnell. Gerade im Vergleich zur restlichen Handlung ist das Buch dann doch recht zügig zu Ende. Hier hätte ein etwas langsamer Ausstieg aus der Geschichte aus meiner Sicht besser gepasst. Insgesamt konnte mich daher das Buch nicht komplett überzeugen.
Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 Sternen!
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