Mit „Schmerz“ wurde von Jón Atli Jónasson der erste Band rund um die Ermittler Dora und Rado veröffentlicht. Die Krimi-Reihe spielt auf Island und hat ein Ermittlerduo, das innerhalb der Polizei zu Außenseiter wurde.
Darum geht es
Im Thingvellir-Nationalpark verschwindet ein Teenager. Die Polizistin Dora wird mit den Ermittlungen betraut, obwohl sie eigentlich nur Dienst am Schreibtisch leisten soll. Dies hängt mit den Folgen einer Hirnverletzung zusammen, die sie sich bei einem Einsatz zugezogen hat. Da die Kolleg:innen aber mit einer großen Razzia beschäftigt sind, muss Dora den Fall übernehmen. Im Fall hilft ihr Rado, Sohn serbischer Einwanderer, der sich in der Polizei hochgearbeitet hat, aber durch familiäre Verbindungen in Schwierigkeiten gerät. Damit nimmt ein Außenseiter-Duo die Ermittlungen auf. Rado ist angetrieben nach dem Wunsch nach Gerechtigkeit, während Dora Dinge bemerkt, die anderen entgehen – doch ihr Kopf ist unberechenbar.
Meine Bewertung
Jón Atli Jónasson hat mit Dora und Rado zwei interessante Ermittler geschaffen. Beide Charaktere haben einen interessanten Hintergrund und auch einen, der sie besonders macht und daher auch von Ermittlern aus anderen Krimis unterscheidet. In der Handlung lernt man beide gut kennen und kann verfolgen, wie sich einerseits ihre individuellen Persönlichkeiten entwickeln und andererseits ihre Beziehung zunehmend festigt und ausbaut.
Die Handlung verläuft zu Beginn des Krimis recht ruhig und es steht vor allem im Vordergrund, ob Dora den Fall behalten darf oder nicht. Sie möchte gerne selbst weiterermitteln und traut sich auch dies zu, hat aber Bedenken, dass ihr Vorgesetzter ihr den Fall wieder wegnimmt. Da aber die Polizei mit einer großen Razzia ausgelastet ist, darf sich Dora weiter mit dem Fall des verschwundenen Teenagers beschäftigen. Zusammen mit Rado gehen die Ermittlungen immer weiter, bis es eine überraschende Wendung in dem Fall gibt. Diese Wendung kam für mich völlig unerwartet und hat auch große Auswirkungen auf den weiteren Verlauf. Spätestens an dieser Stelle hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen. Auch die kurzen Kapitel lassen einen fast automatisch weiterlesen, sodass man kaum merkt, wie die Zeit vergeht.
Die Lösung des Falls fällt dann leider etwas schwächer aus: Sie wirkt eher zufällig und hätte mehr Raum verdient. Für die weiteren Bände der Reihe bleibt also noch Luft nach oben. „Schmerz“ ist auf jeden Fall ein vielversprechender Auftakt für die Reihe, und ich freue mich schon mehr über Dora und Rado zu lesen und zu sehen, wie es mit diesen beiden Charakteren weitergeht.
Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 Sternen!
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